Update zur Corona-Krise: Wie stellt sich die Lage aktuell dar?

In unserem heutigen Update erfahren Sie, wie sich die relevanten Zahlen (Kündigungsrücknahmen, Zahlungszusagen von Kunden) seit letzter Woche weiter entwickelt haben, an welchen Baustellen wir momentan hauptsächlich arbeiten, was die am 15. April von der Bundesregierung gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder beschlossenen Maßnahmen für Köhler-Transfer konkret bedeuten, wie wir uns auf einen möglichen schrittweisen Hochlaufprozess unseres Fahrbetriebes vorbereiten und wie wir die Gesamtlage für unser Unternehmen und die daran hängenden Arbeitsplätze einschätzen.

Update zur Corona-Krise
 

  • Die wichtigsten Zahlen
    Über die Osterfeiertage haben sich weitere zahlreiche Mitarbeiter bereit erklärt, unbezahlten Urlaub zu beantragen und damit ihren ganz persönlichen Beitrag zur Bewältigung dieser Krise zu leisten – auch wenn dies, wie wir wissen, teilweise eine starke Belastung der finanziellen Situation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darstellt. Umso mehr sagen wir dafür an dieser Stelle erneut herzlichen Dank allen, die diesen Weg mit uns gehen!
    Von den Ende März ausgesprochenen vorsorglichen Kündigungen konnten wir somit aktuell erfreulicherweise bereits deutlich über 80 % wieder rückgängig machen, in einigen Gebieten sogar schon alle. Bei den momentan noch bestehenden Kündigungen arbeiten wir mit unseren Gesprächspartnern intensiv an den Voraussetzungen für eine Rücknahme und verfolgen dabei unverändert unser Ziel, alle wieder rückgängig machen zu können. Wir sind und bleiben dran!

    Bei den Zahlungszusagen unserer Kunden sieht es dagegen leider noch immer nicht ganz so vielversprechend aus. Hier besteht die Problematik momentan darin, die konkrete Ausgestaltung des vom Bund erlassenen Sozialdienstleister-Einsatzgesetzes (SodEG) mit unseren Kunden zu diskutieren und verbindlich zu regeln. Wir mussten erfahren, dass dieses neue Gesetz sehr unterschiedlich interpretiert und seinem eigentlichen Sinne nach aus unserer Sicht nur äußerst unzureichend „gelebt“ und umgesetzt wird. Das bedeutet für unsere Verantwortlichen in der Geschäftsführung, den Filialleitungen und den Leitungen Fahrdienste eine große Zahl an schwierigen Einzelgesprächen mit unseren Kunden, was eine enorme zeitliche Belastung darstellt. Wir hoffen, diese Gespräche in der Mehrheit bald zu einem positiven Abschluss zu bringen, damit wir Ihnen in unserem nächsten Update hierzu bessere Nachrichten vermitteln können. An alle Partner bei unseren Kunden und Leistungsträgern appellieren wir, sich gemäß dem Geist des SodEG kooperativ und solidarisch zu verhalten und die nach wie vor dringend benötigten Gelder für uns freizugeben!
     
  • Was bedeuten die neuesten Beschlüsse der Bundes- und Landespolitik für Köhler-Transfer?
    Die von der Bundesregierung in Abstimmung mit den Ministerpräsidenten der Länder am 15. April getroffenen Beschlüsse bedeuten zunächst einmal, dass unser Fahrbetrieb im ganzen Monat April nahezu komplett ruhen muss. Das heißt, dass wir bis Ende April bereits eineinhalb Monate nur sehr vereinzelt fahren (hauptsächlich Dialysefahrten) und dementsprechende Einnahmeneinbußen verkraften müssen – bei gleichzeitig weiter laufenden Fixkosten in beträchtlicher Höhe. Umso wichtiger sind die bereits oben erwähnten Zahlungszusagen unserer Kunden, die absolut notwendig sind, um uns „über Wasser“ zu halten – genau wie die Beiträge unserer Belegschaft.

    Die Beschlüsse lassen aber auch hoffen, dass wir möglicherweise im Zuge der angekündigten schrittweisen und sehr vorsichtigen Öffnung des öffentlichen Lebens nach dem 3. Mai wieder mit ersten Fahrdiensten beginnen können. Dies wird sicher kein schneller Neustart von null auf hundert, wäre aber ein wichtiger erster Schritt hin zu ein wenig mehr Normalität. Das hoffen wir natürlich sehr und müssen uns dafür entsprechend gründlich und gewissenhaft vorbereiten, insbesondere was den Schutz unserer Fahrerinnen und Fahrer und natürlich unserer Fahrgäste anbetrifft. Unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben, die hierfür strenge Hygieneregeln vorsehen, erarbeiten wir gerade mit Hochdruck Konzepte, die den Schutz der Gesundheit aller Beteiligten sowie den Schutz vor weiterer Ausbreitung des Virus zum Ziel haben. Dabei gilt es, abzuwägen, welche Maßnahmen wirklich wirksam und praktikabel sind, welche Kosten entstehen, wer diese trägt, was gemäß Straßenverkehrsordnung überhaupt zulässig ist, welche Versicherungs- und Haftungsfragen in Betracht gezogen werden müssen und vieles mehr. Wir gehen davon aus, dass von allen Beteiligten eine gewisse Flexibilität und auch das eine oder andere Zugeständnis an die jeweilige Situation vor Ort gefragt sein werden. In jedem Fall werden wir alle Maßnahmen in enger Abstimmung mit unseren Kunden treffen und dann über unsere Fahrdienstleiterinnen und –leiter an die Fahrerschaft kommunizieren. 
     
  • Stimmung im "Fahrerlager"
    Aus vielen Gesprächen mit unserem fahrenden Personal und aus einigen Diskussionen in den sozialen Netzwerken haben wir den Eindruck gewonnen, dass die Stimmung innerhalb unserer Belegschaft unter dem Strich im Großen und Ganzen angespannt aber immer noch positiv ist. Angespannt, weil sich viele natürlich Sorgen um das Unternehmen und den eigenen Arbeitsplatz machen. Aber dennoch vor allem positiv, weil der weitaus größte Teil unserer Fahrerinnen und Fahrer Verständnis für die Notwendigkeit der Maßnahmen von Gesetzgeber und Geschäftsleitung aufbringt und vor allem eines vermisst: das Fahren und den Kontakt zu „ihren“ Schützlingen. Man vermisst den „großen Roten“, die Fahrgäste, die Kolleginnen und Kollegen und freut sich darauf, bald wieder loslegen und fahren zu dürfen. Das überwiegt und macht uns froh und auch stolz! Dies ist genau der Spirit, der die Köhler-Familie ausmacht, der uns groß und stark gemacht hat – und der uns am Ende auch durch diese Krise bringen wird. Davon sind wir nach wie vor überzeugt.
    Einen ganz besonderen Dank und großen Respekt für diese Einstellung!
     
  • Einschätzung der Gesamtsituation und Ausblick
    Insbesondere vor dem Hintergrund des großen Rückhalts aus den Reihen unserer Belegschaft und auf Basis dessen, was uns unsere Kunden zum gegenwärtigen Zeitpunkt verbindlich zugesagt haben sind wir weiterhin zuversichtlich, die Auswirkungen der Krise stemmen und als Unternehmen überleben zu können. Selbstverständlich hängt ganz viel von der Dauer der Beschränkungsmaßnahmen ab sowie davon, wie unser Fahrbetrieb nach oder besser mit Corona gestaltet werden muss und wer die wahrscheinlich anfallenden Mehrkosten dafür trägt. Wir brauchen nach wie vor jede Unterstützung, um die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern und zu gegebener Zeit wieder für unsere Schützlinge da sein zu können. Dafür arbeitet unsere gesamte Administration jeden Tag sehr hart – auch dafür herzlichen Dank.
    Unsere Aktivitäten lassen sich so zusammenfassen: Einnahmen generieren, Kosten und Ausgaben reduzieren, Vorbereitungen zur schrittweisen Wiederaufnahme des Fahrbetriebes treffen und alle gemeinsam durch die Krise – mit einem oder auch zwei blauen Augen aber noch da und einsatzfähig.